Buwog-Vergleich: GESIBA-Gagen zu niedrig?

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Quelle: Unzensuriert

Die Vorstände der Gesiba, zu denen auch der Wohnpark Alt-Erlaa gehört, beziehen (zu) hohe Gehälter. Foto: Unzensuriert.at

Die Vorstände der Gesiba, zu denen auch der Wohnpark Alt-Erlaa gehört, beziehen (zu) hohe Gehälter.
Foto: Unzensuriert.at

Im Sommer des Jahres sorgte die in den Medien kolportierte Höhe der Gehälter der GESIBA-Vorstände Ewald Kirschner und Klaus Baringer für einige Aufregung. Die beiden Vorstände dementierten den Bericht, der unter dem Titel Gagen gegen das Gesetz in der Tageszeitung Die Presse erschienen war. FPÖ-Klubobmann im Wiener Rathaus, Dominik Nepp, forderte einen Sondergipfel zu den Skandalen rund um Wiens Wohnbaugenossenschaften. Er sah SPÖ-Wohnbaustadtrat Michael Ludwig in der Pflicht: Das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz teilt ihm die Aufsicht zu – und wohl in keinem anderen Bundesland Österreichs häufen sich Probleme und kritische Medienberichte derartig wie in Wien.

Rechnungshof kritisiert Höhe der Bezüge

In einem Interview mit der Presse wich Ewald Kirschner der Frage nach der Höhe seines Verdienstes aus: Die Höhe in absoluter Zahl zu nennen ist, glaube ich, nicht die richtige Antwort.Dabei wäre es wohl ohne jeden Zweifel genau diese Antwort gewesen, die zahllose GESIBA-Mieter beschäftigt. Brisant: Der Rechnungshof kritisiert, dass die Bezüge über der Schablonenverordnung liegen. Eine Art Besoldungsschema, das in Betrieben des Bundes oder mit Bundesbeteiligung in vielen Fällen herangezogen wird. Allerdings nicht in Wien. Kurios daran: Der langjährige Klubobmann des SPÖ-Parlamentsklubs, Josef Cap, forderte höchstpersönlich die Umsetzung in ganz Österreich – inklusive rigider Strafbestimmungen. Doch die Rathausgenossen und ihr Umfeld wollen wenig davon hören.

Jedenfalls Kirschner scheint sich dennoch im Vergleich zu gewerblichen Bauträgern ungerecht behandelt zu fühlen:

Benachteiligt will ich nicht sagen, aber was sicher nicht in Ordnung ist: Wir sind in einem Wettbewerb, und es gab Zeiten, da haben die gewerblichen bis zu 50 Prozent der Wohnbauförderung kassiert. Wir dürfen Wohnungen nach Ausfinanzierung um 1,75 Euro pro Quadratmeter vermieten, im Gegensatz zu gewerblichen, die dann die angemessene Miete nach dem Mietrechtsgesetz verlangen dürfen. Das ist ein ungleicher Wettbewerb.

Dass gemeinnützige Bauträger in ihrem Hauptgeschäft umfangreiche Steuerprivilegien gegenüber gewerblichen Unternehmen genießen, blieb freilich unerwähnt.

Vorstand fühlt sch unterbezahlt

Das ebenso umstrittene wie geheime Gehalt scheint seinem Kollegen Baringer allerdings augenscheinlich auch im Vergleich knapp bemessen

Die Debatte über Bezugshöhen ist sicher demokratiepolitisch eine wichtige. Aber man darf auch nicht vergessen, wie die Gehälter aussehen, wenn man wie bei der Buwog aus einem gemeinnützigen Bauträger einen gewerblichen macht. Und dann der Chef im Jahr mehr als eine Million verdient. Bei uns ist die Dimension weit geringer. Und das, obwohl die Gesiba ein Konzern ist, der eine Bilanzsumme von zwei Milliarden Euro verantwortet und derzeit 5000 Wohnungen in Bau und Vorbereitung hat.

Aus echter Überzeugung gelebte Gemeinnützigkeit würde wohl anders klingen. Viele Fälle bezeugen, dass das Wort Gemeinnützigkeit im Wohnbau oftmals mehr eine Phrase, denn die gelebte Praxis zu sein scheint.

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