Nach „Panamá Papers“: Panamá am ambitionierten Weg zu OECD-Standards

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Quelle: Unzensuriert

Eine wirtschaftliche Weltstadt: Panama-Stadt, hier das Bankenviertel, ist mit 1,5 Millionen Einwohnern fast so groß wie Wien. Foto: Dronepicr / wikipedia.org (CC BY 3.0)

Eine wirtschaftliche Weltstadt: Panama-Stadt, hier das Bankenviertel, ist mit 1,5 Millionen Einwohnern fast so groß wie Wien.
Foto: Dronepicr / wikipedia.org (CC BY 3.0)

Mitte Oktober stand Deutschland auf der Agenda von Juan Carlos Varela, Präsident der Republik Panamá. Gründlich vorbereitet, nahm er sich fünf Tage Zeit für seine Visite. An der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel versicherte Varela in Berlin, „dass wir gemeinsam für Transparenz im Finanzsystem kämpfen wollen.“

Gastbeitrag von Michael Johnschwager

Unumwunden brachte er ein heißes Eisen aufs Tapet, die Panamá Papers. Deren Veröffentlichung hätte „ein globales Problem“ offengelegt. Im Mai hatte sich seine Regierung mit einem Abkommen zum automatischen Austausch von Finanzdaten verpflichtet, Steuerbetrug und Steuerflucht zwischen den Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) künftig zu verhindern. Merkel begrüßte Panamás Bereitschaft, die OECD-Standards zu übernehmen.

Panamás zentrale Lage auf dem amerikanischen Subkontinent steht mehr denn je als Synonym für Big Business. Dies unterstrich Varela auf dem in Hamburg veranstalteten „Panamá Business Day“. Diesen nutzten in Panamá engagierte Unternehmen als Plattform, ihre Aktivitäten einem interessierten Publikum zu präsentieren. Dieses erfuhr nähere Einzelheiten über den forciert betriebenen Ausbau der Infrastruktur.

Deutsche Hilfe bei Groß-Bauprojekten

Unternehmensvertreter aus den Bereichen Engineering und Transport-Logistik erläuterten ihre Projekte. Insgesamt sind 33 deutsche Unternehmen in Panamá aktiv. Darunter die in Bayern beheimatete BAUER, die ihr spezifisches Knowhow u.a. im Tiefbau bei der ersten Metro-Linie einbrachte, sowie beim Ausbau des internationalen Flughafens.

Dieser befindet sich im 35 Kilometer von Panamá-City entfernten Tocumen. Er dient der effizient geführten Fluggesellschaft COPA (Companía Panamena de Aviación) als Drehkreuz (Hub). Die Airline gehört dem Star-Alliance-Verbund an. Allianzpartner Lufthansa bedient die Route zwischen Frankfurt und Panamá mit fünf wöchentlichen Flügen.

Funktionale Logistik ist unverzichtbar in einer zunehmend global agierenden Wirtschaft.  So war es naheliegend, dass neben BAUER auch Vertreter von Lufthansa und DHL Präsenz zeigten. Mit ihnen kamen drei erfahrene Unternehmensvertreter zu Wort, die im Rahmen der „Case Studies & Success Stories“ mit relevanten Daten und Orientierung ein hohes Maß an praktischem Realitätsbezug vermittelten.

Sprach-Offensive für Bevölkerung

Mit der Globalisierung geht eine weitere Herausforderung einher: sprachliche Kompetenz. Momentan sprechen 15 Prozent der Beschäftigten Panamas Englisch. Mit dem Programm „Panamá Bilingüe“ beabsichtigt man, 2.000 zertifizierte Englisch-Lehrer heranzubilden. Lebenslanges Lernen bestimmt auch hier die Agenda.

Zwischen Atlantik und Pazifik gelegen, gilt Panamá Touristen als tropisches Paradies. Wegen seiner relativ kurzen Distanz zu den Vereinigten Staaten ist es besonders attraktiv für US-Amerikaner. Aber auch  Touristen aus dem deutschsprachigen Raum sind auf das kleine Land zwischen Zentral- und Südamerika aufmerksam geworden.

TUI Cruises läuft mit seinem „Schiff 4“ in der Wintersaison regelmäßig den atlantischen Hafen Colón an. Der Mutterkonzern zeigt sich aufgeschlossen, die Kooperation zu intensivieren. Nicht zuletzt spricht auch die Sicherheit für die Touristen am Urlaubsort für das Land.

Michael Johnschwager, 1949 in Hamburg geboren, war als Außenhandelskaufmann von 1980 bis 1990 in Kolumbien, Venezuela und Honduras privatwirtschaftlich, sowie in Entwicklungsprojekten in Costa Rica in beratender Funktion im Einsatz. Seit 2004 ist Johnschwager als fremdsprachlicher Dozent und Autor mit Schwerpunkt Lateinamerika freiberuflich tätig.

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