Hannover: Lutherisches Verlagshaus meldet Insolvenz an

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Das traditionsreiche Lutherische Verlagshaus Hannover hat Insolvenz angemeldet. Der Antrag sei am Dienstag beim Amtsgericht Hannover eingegangen, teilte die Justizbehörde mit.

Von der Insolvenz sind acht Mitarbeiter im Buchverlag und bei der „Evangelischen Zeitung“ betroffen. Erst vor zwei Jahren hatte die hannoversche Landeskirche ihre gesamten Anteile an den Evangelischen Presseverband in Norddeutschland“ in Kiel abgegeben. Hintergrund waren jährliche Defizite zwischen 300.000 und 400.000 Euro. Über die Kaufsumme wurde damals Vertraulichkeit vereinbart.

In dem 1947 gegründeten Verlag arbeiteten Ende 2014 noch 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von ihnen wurden 18 weiter beschäftigt. Der Großteil der restlichen Mitarbeiter wurde in andere Abteilungen und Einrichtungen der hannoverschen Landeskirche vermittelt.

Enttäuschung bei der hannoverischen Landeskirche

Der Finanzchef der hannoverschen Landeskirche, Rolf Krämer, sagte auf epd-Anfrage, die Insolvenz des LVH sei außerordentlich zu bedauern. „Wir haben dem Käufer das LVH ohne Altlasten, und ohne dass Entlassungen nötig waren, übergeben. Und wir haben darauf vertraut, dass das LVH am Standort Hannover eine gute Zukunft haben wird.“ Die Landeskirche habe bis Mittwoch nicht gewusst, dass es bereits im Vorfeld der Insolvenz für Mitarbeiter mit Bestandsschutz zu Kündigungen gekommen sei, betonte Krämer. Im Vertrag zwischen der Landeskirche und dem „Evangelischen Presseverband“ war ein Bestandsschutz zur Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter bis Ende 2018 beziehungsweise für die Beschäftigten der „Evangelischen Zeitung“ bis Ende 2016 schriftlich festgehalten worden.

Im vergangenen November hatte die hannoversche Landessynode beschlossen, den jährlichen Zuschuss für die Kirchenzeitung ab 2017 zu streichen. Er hatte in 2016 noch 400.000 Euro betragen. Es hieß unter anderem, eine evangelische Wochenzeitung in der jetzigen Form habe keine Zukunft mehr.

Der Geschäftsführer des Presseverbandes in Norddeutschland, Matthias Gülzow, sagte auf epd-Anfrage, in bestimmten wirtschaftlichen Situationen habe ein Geschäftsführer nach deutschem Recht keine Wahl, als einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen. „Wir werden in den kommenden Tagen dem Insolvenzverwalter ein Fortführungskonzept vorlegen, das für sechs der acht Mitarbeitenden eine Beschäftigung am bisherigen Standort vorsieht.“

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