Minister Drozda belastet sich im Kurier-Interview nach „Compliance-Vorwürfen“ selbst

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Quelle: Unzensuriert

Hat SPÖ-Kulturminister Drozda Mitarbeiter der Vereinigten Bühnen Wien in seiner Privatwohnung arbeiten lassen? Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia CC BY-SA 2.0

Hat SPÖ-Kulturminister Drozda Mitarbeiter der Vereinigten Bühnen Wien in seiner Privatwohnung arbeiten lassen?
Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia CC BY-SA 2.0

Eine anonyme Anzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft nagt derzeit am Image des SPÖ-Kulturministers Thomas Drozda. Über das so genannte „anonyme Hinweissystem“ werden dem Sozialdemokraten sogenannte „Compliance-Verfehlungen“ in der Zeit als Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) vorgeworfen.

Handwerkerarbeiten im Privathaus in Währing

Der Kurier hat am 1. Oktober zum ersten Mal über Malversationen, die Drozda zur Last gelegt werden, berichtet:

In der Anzeige werden Drozda nun „Handwerker- und Elektrikerarbeiten“ in seinem Haus in Währing vorgeworfen – „mit Bundestheaterressourcen“: Der Einsatz von Burgtheater-Personal sei „während der Dienstzeiten und unter Verwendung von Baumaterialien aus Bundestheaterbestand über dienstliche Beauftragung des damaligen Facility Managers des Burgtheaters (…) an untergeordnete, weisungsgebundene Mitarbeiter der Bühnen- und Betriebstechnik sowie der E-Zentrale“ erfolgt. In der Anzeige werden mehrere Personen genannt.

Als Generaldirektor der VBW habe Drozda „vom Botenpersonal regelmäßig private Wege erledigen“ lassen, darunter „Lieferung von frischem Obst oder Zeitschriften aus den Theatern“ in sein Privathaus. Der „Fuhrparkverantwortliche“ habe als Privatchauffeur für Drozda und diverse Familienmitglieder zu fungieren gehabt, „obwohl die internen Compliance-Richtlinien der Wien-Holding für deren Geschäftsführer ausdrücklich keine Chauffeure“ vorsähen.

Verwirrende Aussage von Kulturminister Drozda

Unter dem Titel „Kulturminister Drozda setzt sich zur Wehr“ folgte im Kurier am 5. Oktober dann der Versuch, Drozda von den Vorwürfen zu entlasten. Doch in diesem Artikel wird der SPÖ-Kulturminister mit einem verheerenden Satz zitiert, der ihn wohl eher be- statt entlastet.

Und so könne man jeden Punkt aufklären. Einer ist Drozda sehr wichtig: Er habe nie das Personal für private Leistungen herangezogen. Und wenn, dann wurde ihm dies auf sein Verlangen hin von den VBW in Rechnung gestellt: „Auch weil ich wusste, mit welchen Charakterdarstellern ich es zu tun habe.“

Was nun, Herr Minister? Einerseits sagt Drozda, er habe nie das Personal für private Leistungen herangezogen. Andererseits wird festgehalten: „Und wenn, dann wurde ihm dies auf sein Verlangen hin von der VBW in Rechnung gestellt.“ Eine sehr verwirrende Aussage des SPÖ-Ministers: Zuerst bekräftigt er, nie Personal der Vereinigten Bühnen für private Zwecke herangezogen zu haben, dann wiederum eröffnet Drozda die Möglichkeit, dass er es doch gemacht haben könnte, aber gegen Bezahlung.

„Rache des Betriebsrates“

Diese Gegenwehr des Kulturministers ist auch nicht besser als der Versuch im Kurier, die anonyme Anzeige gegen Drozda als Rache von Teilen des Betriebsrates, mit dem der frühere Generaldirektor der VBW dem Vernehmen nach im Clinch lag, darzustellen. Sollte tatsächlich bestätigt werden, dass Drozda Mitarbeiter der Vereinigten Bühnen Wien in seinem Privathaus arbeiten ließ, ob mit oder ohne Bezahlung, würde das kein schönes Bild auf Drozda werfen.

Schließlich kann auch der ORF-Generaldirektor nicht einfach hergehen und Mitarbeiter seiner Technikabteilung für Arbeiten in seinem Privatgarten heranziehen, um sich einen Gärtner zu ersparen.

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