Hersteller geben sich intransparent: Haben Elektronik-Geräte geplante „Verfalldaten“?

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Quelle: Unzensuriert

Für die Hersteller ist ein Neukauf elektronischer Geräte wesentlich lukrativer als die Reparatur Foto: Wikimedia / MikroLogika / CC BY-SA 3.0

Für die Hersteller ist ein Neukauf elektronischer Geräte wesentlich lukrativer als die Reparatur
Foto: Wikimedia / MikroLogika / CC BY-SA 3.0

Als „geplante Obsoleszenz“ (von lat. obsolescere‚ sich abnutzen, alt werden) bezeichnet man eine vom Hersteller eines Produktes geplante, absichtliche Verringerung der Lebensdauer. Und obwohl dieses Phänomen bereits mehrfach Gegenstand wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Debatten war, wird es immer noch gerne als Verschwörungstheorie abgetan.

Geräte kurz nach Ablauf der Garantie kaputt?

Das deutschsprachige Verbrauchermagazin ÖKO-Test geht nun in der August-Ausgabe der Frage nach, ob Produzenten von Mobil- und Elektrogeräten tatsächlich dafür sorgen, dass diese Geräte kurz nach Ablauf der Garantie oder der Gewährleistungspflicht kaputt gehen, damit ein Neukauf die Umsätze des Herstellers ankurbelt.

Akkus fest eingebaut

Der  Verdacht einer „geplanten Obsoleszenz“ liegt insofern nahe, als in immer mehr elektronischen Produkten der Akku und die Lichtquellen (LED) fest in die Geräte eingebaut sind. Gehen diese Verschleißteile also kaputt, gelingt es nicht mehr, diese problemlos auszutauschen und an sich noch funktionsfähige Geräte können nicht mehr verwendet werden.

Dass in Elektrogeräten bewusst „Verfallsdaten“ eingebaut werden, wird allerdings von Herstellern vehement bestritten. Sie argumentieren, dass heutige Kunden schlank designte Geräte bevorzugen und deswegen die Akkus und die LEDs fest verbaut werden müssen. Außerdem sei ein fixer Einbau weitaus kostengünstiger.

Meist wird weggeworfen

Das Magazin ÖKO-TEST nahm nun 88 elektronische Kleingeräte (u.a. Mobiltelefone, Tablets, elektrische Zahnbürsten) näher unter die Lupe und stellte fest, dass bei der großen Mehrheit dieser untersuchten Geräte Akkus und Lichtquellen nicht mehr wechselbar sind.

Da diese Verschleißteile meist als erste defekt sind, steht der Kunde dann vor der Frage: Reparatur oder wegwerfen? Mehrheitlich wird letzteres getan, weil der Kundendienst teuer, langwierig oder kompliziert ist.

Daher empfiehlt ÖKO-TEST modular aufgebaute Geräte zu kaufen, wo ein Wechsel von Akku oder LED noch möglich ist. Diese sind zwar beim Kauf teurer, aber auf langfristige Sicht rentabler und umweltfreundlicher. Allerdings ist das Produktangebot hier nicht sehr befriedigend.

Keine transparente Information

Zusätzlich bat ÖKO-TEST bei den Herstellern der getesteten Produkte um genaue Informationen zur geplanten Gebrauchsdauer, der Haltbarkeit von Akku und LED, sowie der möglichen Reparierbarkeit. Denn gerade die Angabe, wie lange ein Gerät funktionieren sollte, ist eine wichtige Kaufentscheidung.

Doch viele Konzerne verweigerten dem Magazin eine transparente Information, was  den Verdacht wieder erhärtet, dass eine „geplante Obsoleszenz“ durchaus gewollt ist.

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