„Beziehungen brechen weg“: Russland-Sanktionen entwickeln Negativ-Sog

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Quelle: n-TV

Exporte mit Russland brechen um ein Drittel in.Exporte mit Russland brechen um ein Drittel in.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 23. Juli 2015

Die Beschränkungen in den Handelsbeziehungen zu Russland treffen die deutsche Wirtschaft hart. Im laufenden Jahr dürften die Exporte um ein Drittel einbrechen. Betroffen sind zunehmend auch Geschäfte mit anderen Ländern.

Die wirtschaftlichen Strafmaßnahmen gegen den Kreml belasten die Firmen hierzulande immer stärker. Nach Auswertung der jüngsten Daten erwartet der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft, dass die Exporte im laufenden Jahr um ein Drittel auf dann nur noch 20 Milliarden sinken.

Die wegen der Ukraine-Politik verhängten Sanktionen belasten aber nicht nur die Lieferungen nach Russland. Auch die Nachfrage in den osteuropäischen Nachbarländern bricht ein. „In Jahrzehnten aufgebaute Geschäftsbeziehungen und gemeinsame Perspektiven brechen gerade weg“, sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Eckhard Cordes. Er verlangte deshalb, so rasch wie möglich aus der Sackgasse der Sanktionspolitik herauszukommen.

Verband fordert Verhandlungen

Die Schätzung für das Gesamtjahr ergibt sich aus der Entwicklung der Ausfuhren in den ersten fünf Monaten des Jahres. Von Januar bis Mai sanken die Exporte nach Russland um 4,4 Milliarden Euro oder 34 Prozent zum Vorjahreszeitraum. 2014 hatten deutsche Unternehmen noch Waren für rund 30 Milliarden Euro und im Rekordjahr 2012 sogar Waren für 38 Milliarden Euro nach Russland verkauft.

Ähnlich hart getroffen ist durch die Sanktionen das Geschäft mit den Nachbarn Russlands. Die Exporte nach Kasachstan sanken in den ersten fünf Monaten um 26 Prozent, nach Weißrussland um 31 Prozent und in die Ukraine um 29 Prozent. „Angesichts dieser dramatischen Entwicklung dürfte es nachvollziehbar sein, dass die deutsche Wirtschaft die Politik eindringlich bittet, die Anstrengungen zur Lösung der Ukraine-Krise weiter hochzuhalten“, sagte Cordes. Er drängte deshalb auf eine Nachfolgekonferenz zum Minsker Abkommen auf höchster Ebene.

Einziger Lichtblick für die deutschen Exporteure ist die Nachfrage in Südosteuropa. Die Ausfuhren nach Rumänien, Bulgarien und Kroatien stiegen von Januar bis Mai zweistellig.

Quelle: n-tv.de , jwu/dpa

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