Maulkorb-Erlass: dm-Mitarbeiter dürfen sich nicht kritisch zur Flüchtlingsfrage äußern

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Quelle: Unzensuriert

Auch die Drogeriemarkt-Kette dm bevormundet ihre Mitarbeiter in der Asylfrage. Foto: wikimedia - Wegavision - CC0 1.0

Auch die Drogeriemarkt-Kette dm bevormundet ihre Mitarbeiter in der Asylfrage.
Foto: wikimedia – Wegavision – CC0 1.0

Die grassierende Einwanderer-Flut scheint in den Chefetagen großer Firmen ein massiv-kollektives Helfersyndrom auszulösen, das jeden Blick für die Bedürfnisse der eigenen Angestellten trübt. Nach dem Nahversorger-Multi Rewe, wo Mitarbeitern zugunsten einer Flüchtlingsspende die Weihnachtsfeier gestrichen wurde (Unzensuriert.at berichtete ausführlich), erreichte uns nun ein bedenkliches Maulkorb-Schreiben an die Beschäftigten der Drogeriemarktkette dm. Darin wird den Mitarbeitern jegliche kritische Äußerung zum Thema Flüchtlinge gegenüber Kunden verboten, man solle vielmehr die seit dem Sommer laufende dm-Hilfspaket-Aktion unterstützen, in der Kunden um Spenden angeschnorrt werden.

Bereits Ende Juli erreichte ein Rundschreiben die dm-Mitarbeiter. Darin hieß es:

Liebe Kolleginnen und Kollegen, derzeit leben rund 40.000 Flüchtlinge in Österreich, die aufgrund von Krieg und Missständen im eigenen Land flüchten mussten. Wir möchten diese Menschen gemeinsam mit Ihnen und unseren KundInnen willkommen heißen und ihnen in dieser schwierigen Zeit helfen. Dazu haben wir die Initiative „Unterstützen wir gemeinsam Flüchtlinge mit dm Hilfspaketen“ ins Leben gerufen. Die Aktion startet am 03.08.2015 (bis auf Widerruf). Bis dahin bitten wir Sie, alles in Ihrer Filiale für die Initiative vorzubereiten. Damit können wir als große Gemeinschaft mit unseren KundInnen vorbildlich sein und einen wertvollen Beitrag für unsere Mitmenschen leisten. Herzlichen Dank an Alle für die Mithilfe! Liebe Grüße dm Kommunikation

Tatsächlich scheint diese Art der Schleichwerbung für potentielle spätere Kunden (und der dadurch anfallenden Mehrarbeit in den Filialen) nicht allen dm-Mitarbeitern zu gefallen. Denn nur wenige Tage nach dem ersten Ukas erreichte diese ein zweites, weniger salbungsvolles Schreiben mit folgendem, prächtig gegendertem Wortlaut:

Liebe FilialleiterInnen! Liebe StudioleiterInnen! Liebe MitarbeiterInnen!

Dies ist von allen MitarbeiterInnen zu lesen und zu unterschreiben. Bedauerlicher Weise nehme ich wahr, dass es zu dieser Kampagne eine, sagen wir es einmal so, nicht gerade positive Einstellung gibt.

Ich erwarte mir von allen MitarbeiterInnen eine korrekte Umsetzung dieser Initiative und des Weiteren keine Diskussionen mit den Kunden. Es kann jeder seine persönliche Meinung dazu haben, aber sollte diese nicht zu der Initiative passen, dann erwarte ich, dass diese nicht in Gegenwart von Kunden oder vor Kunden kundgetan wird. Jeder Kunde kann selbst entscheiden!!!!

Ich persönlich bin stolz darauf, in so einem Unternehmen zu arbeiten, dass trotz der Diskussionen eine klare Position bezieht und für das ein Leitbild nicht nur geschrieben steht, sondern auch gelebt wird und als Gemeinschaft vorbildlich in unserem Umfeld wirken zu wollen, einander als Menschen zu begegnen, die Individualität des anderen anzuerkennen. Jeder Mensch wird ernst genommen. Jeder Mensch ist gleichwertig. Und ich finde diese Initiative toll und vor allem eines menschlich. Hier bin ich Mensch. Liebe Grüße dm drogerie markt Gmbh

Das versteht also eine laut betonter Eigendefinition menschliche Firmenleitung unter die Individualität des anderen anzuerkennen: nämlich ihm einfach den Mund zu verbieten, sollte er anderer Meinung sein. Ein Leitbild leben heißt also, Mitarbeitern eine ohnehin ungeliebte Aktion mittels Zwangsmaßnahmen zu verordnen. Das ist sicher Balsam aufs Betriebsklima und ein Garant dafür, dass man sich ernst genommen und gleichwertig fühlt.

 

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