In Daten gestöbert? Computertechniker verstieß Kunden wegen FPÖ-Nähe

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Quelle: Unzensuriert

Als Ergebnis der "Fernwartung" kündigte der Apple-Spezialist dem verdutzten Kunden das Service auf. Foto: Josh Bancroft / flickr (CC BY-NC 2.0)

Als Ergebnis der „Fernwartung“ kündigte der Apple-Spezialist dem verdutzten Kunden das Service auf.
Foto: Josh Bancroft / flickr (CC BY-NC 2.0)

Auf Empfehlung eines Bekannten lässt ein Wiener seinen Rechner bei einem Service-Techniker in Wien-Neubau reparieren und warten. Das geht auch einige Zeit lang gut, bis der Kunde dem Dienstleister die Möglichkeit einräumt, über „Team Viewer“ seinen Rechner aus der Ferne zu reparieren.

Plötzlich erreicht den Kunden eine Nachricht des Dienstleisters per SMS:

S.g. Herr Wolff, wir haben uns entschlossen, FPÖ Sympathisanten & FPÖ Mitglieder_innen keine Dienstleistungen mehr anzubieten. Wir sehen keine andere Möglichkeit der Antwort auf die widerliche Politik, den Fremdenhass, Menschenfeindlichkeit, Homophobie und vieles mehr. Greetings

Wie der Verfasser dieses Schreibens zu einer solchen Meinung kam, ist rein rechtlich nicht nachvollziehbar. Hatte doch der Kunde auf seinem Bildschirm lediglich einen Ordner mit dem Namen FPÖ. Was in diesem Ordner stehen könnte, war daraus in keiner Weise erkenntlich. Ob es jetzt Jubelmeldungen zur blauen Zukunft oder Details zu blauen Skandalen sein würden, konnte nur der erfahren, der auch – wohl widerrechtlich – in diesen Ordner hineinschaut.

Zudem beklagte der geschasste Kunde, dass unmittelbar nach diesem Schreiben sein Kennwort nicht mehr funktionierte und er mehrere Tage lang keinen Zugang zu seinen Daten hatte. Er vermutet, dass Manipulation im Spiel war.

Vertrauen des Kunden missbraucht

Das heißt also: Der „Team Viewer“ missbrauchte mutmaßlich das Vertrauen seines Kunden und spionierte in dessen Daten, weit abseits jener Bereiche, die er von außen reparieren sollte. Ein möglicher Verstoß gegen das Datenschutzgesetz.

Das heißt aber auch: Der Computer-Reparierer, der sich in so grandiosem Gender-„Deutsch“ (Mitglieder_Innen) gegen Hass, Feindlichkeit und Phobie ausspricht, kündigt einem Kunden die Zusammenarbeit, weil dieser – vermeintlich oder tatsächlich – in irgendeiner Weise mit der FPÖ, einer demokratisch gewählten und im Parlament vertretenen Partei, zu tun hat. Und baut ihm als „Abschiedsgeschenk“ vielleicht gar noch einen „Hund“ ins System ein.

Der so menschenfreundliche und harmoniebedürftige Mitmensch heißt übrigens Martin David Preyer. Möge seine Firma Fit am Mac in der Stuckgasse 5 in Wien-Neubau auch weiterhin so gut im Geschäft sein, dass sie es sich leisten kann, Bürger mit einer – möglicherweise – anderen politischen Einstellung einfach hinauszuschmeißen und zu beschimpfen.

Stellungnahme verweigert

Martin David Preyer lehnt gegenüber Unzensuriert.at jegliche Stellungnahme ab und verweist auf seinen Anwalt. Dessen Namen wollte er allerdings nicht nennen („Den weiß der Herr, um den es geht…“).

Der betroffene Kunde – er schreibt allwöchentlich die Kolumne „Wiener Spaziergänge“ in der von der FPÖ herausgegebenen Neuen Freien Zeitung (NFZ) – will die Standesvertretung der IT-Techniker in der Wirtschaftskammer Wien über den Vorfall informieren.

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