Mayr-Melnhof sperrt sein Werk in Gunskirchen zu

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Quelle: Oberösterreichische Nachrichten

GUNSKIRCHEN. Schachtelproduktion: 135 Mitarbeiter verlieren bis Jahresende ihre Jobs – ein Sozialplan wird ab nächster Woche verhandelt.

Mayr-Melnhof sperrt sein Werk in Gunskirchen zu

Die Produktion der Faltschachteln soll bis Jahresende in ein Schwesterwerk nach Wien verlagert werden. Bild: MM

Seinen 135 Mitarbeitern in Gunskirchen hat der Kartonhersteller Mayr-Melnhof das Pfingstwochenende gehörig verhaut. Die Geschäftsführung teilte der Belegschaft gestern mit, dass das Faltschachtelwerk mit Jahresende zugesperrt wird.

Für elf Uhr wurde gestern, Freitag, überraschend eine Betriebsversammlung einberufen, in der den Mitarbeitern kurz und bündig erklärt wurde, dass der Standort aus Kostengründen geschlossen werden müsse. „Die Leute waren betroffen und bestürzt. Viele sind seit Jahrzehnten im Unternehmen tätig“, sagt Betriebsratschef Kurt Miksch. Die Produktion werde von Oberösterreich nach Wien verlagert. Bis Jahresende sollen alle Maschinen transferiert sein. Der börsennotierte Konzern betreibt in Österreich drei Verpackungswerke.

Mayr-Melnhof bietet rund einem Viertel der Mitarbeiter an, in Wien weiterzuarbeiten. „Es ist aber unrealistisch, dass viele das annehmen werden können“, sagt Miksch. Gleich am Dienstag nach Pfingsten werden die Verhandlungen über einen Sozialplan aufgenommen. Unter den 135 betroffenen Mitarbeitern sind fünf Lehrlinge.

Lange Tradition

Am Standort werden seit Jahrzehnten Faltschachteln für Konsumgüter des täglichen Bedarfs produziert. Lange Zeit war das Werk im Besitz der Familie Schausberger. Vor 66 Jahren hat Ernst Schausberger das Unternehmen gegründet. Seit 1969 wird am Standort Gunskirchen produziert. Mayr-Melnhof hatte seine Anteile sukzessive aufgestockt und den Standort im Jahr 2006 vollständig übernommen. Doch bereits in den vergangenen Jahren wurde der Personalstand laufend reduziert. Laut Firmenbuch waren 2010 noch 225 Mitarbeiter am Standort tätig. Seit Jahren schrieb die Produktion Verluste.

„Ein Standort dieser Größenordnung kann auf dem heutigen Markt nicht bestehen. Deshalb haben wir rechtzeitig richtig reagiert“, sagt Mayr-Melnhof-Sprecher Stephan Sweerts-Sporck. Gemeinsam habe man Anstrengungen unternommen, den Standort zu halten. Im Vorjahr sei in eine neue Druckmaschine investiert worden. Doch die Verpackungsbranche sei hart, und der Konzern müsse sich auf wenige größere und leistungsstärkere Standorte konzentrieren, so der Firmensprecher. (sd)

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